Ein Foto reicht?
Kurz gesagt
Jemand macht ein Foto von dir auf der Straße. Wenige Sekunden später steht dein Name auf dem Bildschirm. Wie kann das sein?
Das Wichtigste in Kürze
- Suche nicht mit Wörtern, sondern mit Foto
- Findet weitere Bilder derselben Person
- Dahinter steckt künstliche Intelligenz
- KI misst Abstände im Gesicht
- Daraus entsteht eine lange Zahlenreihe
- Fachwort dafür: Gesichtsabdruck
- Milliarden Fotos vorher eingesammelt
- Computer vergleicht Zahlen statt Bilder
Zum Nachlesen: Was im Video sagt
EinleitungJemand macht ein Foto von dir auf der Straße. Wenige Sekunden später steht dein Name auf dem Bildschirm. Wie kann das sein?
Was eine Gesichtssuchmaschine istNormale Suchmaschinen füttert man mit Wörtern. Eine Gesichtssuchmaschine füttert man mit einem Foto. Sie sucht dann im Internet nach anderen Bildern, auf denen dasselbe Gesicht zu sehen ist.
Das Gesicht wird zur ZahlenreiheDie KI schaut sich an, wie dein Gesicht gebaut ist: Abstand der Augen, Form der Nase, Linie des Kiefers. Daraus rechnet sie eine lange Zahlenreihe aus, einen sogenannten Gesichtsabdruck. Das funktioniert ein bisschen wie ein Fingerabdruck, nur eben aus Zahlen.
Der Vergleich in der DatenbankSolche Dienste sammeln vorher riesige Mengen Fotos aus dem Internet ein und rechnen für jedes einen Gesichtsabdruck aus. Deine Suche vergleicht dann nur noch Zahlen mit Zahlen. Das geht so schnell wie die Suche nach einem Wort im Handy-Chat.
Warum der Name dabei herauskommtDie Suchmaschine kennt deinen Namen eigentlich gar nicht. Aber sie findet das Foto wieder, das im Sportverein, in der Zeitung oder auf einer Vereinsseite steht. Und dort steht der Name meistens direkt daneben.
Wo die Technik Fehler machtDie KI sagt nie mit voller Sicherheit, wer du bist. Sie sagt nur, wie ähnlich zwei Zahlenreihen sind. Wird jemand verwechselt, kann das echten Ärger bedeuten, zum Beispiel wenn die Polizei auf eine falsche Spur geschickt wird.
Was du selbst tun kannstJe weniger öffentliche Fotos von dir im Netz stehen, desto weniger findet die Suche. Stelle Profile auf privat und frage bei Gruppenfotos nach, bevor du sie hochlädst. In Europa darfst du außerdem nachfragen, welche Daten über dich gespeichert sind, und ihre Löschung verlangen.
Zum SchlussDein Gesicht ist ein Passwort, das du nicht ändern kannst. Deshalb lohnt es sich, gut darauf aufzupassen.